BARF- der Weg zur natürlichen Fütterung
Tischreste schaden unseren Hunden. Knochen machen sie krank. Von rohem Fleisch werden sie aggressiv...
Tierärzte und Dozenten argumentierten überzeugend, dass nur mit industriell hergestelltem Futter unsere Heimtiere gesund und ausgewogen ernährt werden könnten.
Also haben wir im Laufe der Jahre verschiedene Marken und Produkte verglichen, und nach bestem Wissen und Gewissen ausgewählt. Die Hunde haben das Futter angenommen und offensichtlich normal verdaut. Es hat keinen Spass gemacht, einen Futterbrei aus dem Sack anzurühren, genausowenig wie einen Messbecher voll Trockenfutter in die Hundeschüssel zu kippen. Wir setzten daher täglich etwas Frisches hinzu, wenigstens z.B. einen Apfel, eine Möhre und ein wenig Yoghurt. Immer mehr störte uns die Aufschrift auf den Dokumenten zu den Futterlieferungen:

Wichtiger Hinweis : Darf nicht an Nutztiere verfüttert werden !




Was setzten wir unseren Hunden vor, was Schweine oder Hühner nicht fressen durften ?
Unser Unbehagen wurde genährt durch die verschiedenen Nahrungsmittelskandale der letzten Jahre, die stets im Zusammenhang mit Futtermittel standen. Wiederkäuer wurden mit Fleischmehl gefüttert, Schweine und Hühner täglich mit Antibiotika versorgt.
Was (ver)barg Hundefutter hinter den genauen Prozentangaben von Eiweiss, Fett und Kohlehydraten, etc. ????

Als wir vor Ende 1999 erstmals per Zufall auf einem BARFER stiessen, hielten wir den Hundehalter vorerst für ziemlich verrückt. Wie konnte der Mann seinem Hund bloss ein rohes Hähnchen vorsetzen! Das war ja Wahnsinn: Huhn, das schlimmste,was man einem Hund geben kann !!! Die spitzen Knochen würden dem armen Tier die Eingeweide durchbohren und dazu würde es schwer erkranken wegen der Salmonellen !!!

Lächelnd und geduldig klärte uns der Mann auf.
Inzwischen ist BARF für uns zu einem wichtigen Teil einer artgerechter Tierhaltung geworden. Viel Praxis, einschlägige Literatur, das Forum "barfers.de" und Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten haben dazu beigetragen, dass wir uns eine Ernährung mit industriell vorgefertigtem Futter nicht mehr vorstellen können.


Heute barfen wir so selbstverständlich und unkompliziert, als würden wir Futter aus der Tonne verabreichen. Wir füttern nach Saison und Angebot. Immer häufiger beherbergen wir vierbeinige Feriengäste, die ebenfalls auf die natürliche Ernährung umgestellt wurden.

Gelegentlich verweigert ein Hund den Gemüsebrei. Mit einem kleinen Appetitanreger lassen sich auch heikle Gäste überlisten: Ein wenig Tischresten (z.B.ein Löffel Bratensauce) oder eine Gabel voll Thon oder ein halbes Wienerli dem Gemüse und den Früchten beigemixt, stösst auf wohlwollendes Interesse bei manch einem verschleckten Vierbeiner. Oder wie wär's mit einer Garnitur ? Über den Brei einige Cornflakes oder Frühstücksmüesli oder einen Teelöffel geriebenen Parmesan streuen, mmh ! Zwei Esslöffel Risotto vom Vortag einrühren oder eine halbe Scheibe fein gehackten Schinken... Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hat man gar nichts im Haus, was verführend wirken könnte, bleibt immer noch die Salatsaucen-Variante: Obstessig und Knoblauch (ohne Keim) zum Gemüse mixen, anrichten, mit dem Löffel eine kleine Vertiefung in den Brei drücken und Olivenöl hineingeben.
Wird der Hund älter, kann ein Blutbild darüber Auskunft geben, ob eine Veränderung der Futterzusammensetzung vorgenommen werden soll. Wichtig ist in jedem Fall, dass nicht Fleisch allein, sondern auch Knochen gefüttert werden. Dadurch ist der Ausgleich von Phosphor und Kalzium gewährleistet und der Proteingehalt ist nicht zu hoch.




BARF - Wie natürlich ist natürlich ?

In den letzten Jahren hat sich die BARF-Idee weltweit lawinenartig verbreitet. Niemand kann die Vorteile der natürlichen Fütterung in Abrede stellen und schon gar nicht den Barfern die Freude daran nehmen.

Wen wundert's, dass auch in diesem Bereich ein Markt entdeckt wurde, der bestens floriert, obwohl er im Grunde der artgerechten, natürlichen Fütterung widerspricht. Die während Jahrzehnten etablierte Gewohnheit, die Hunde regelmässig mit abgemessenen Mengen zu füttern, hält sich hartnäckig. Genau so wie die fixe Idee, unbedingt Futterzusätze wie Vitamine und Spurenelemente zu verabreichen. Hier wird ein Pülverchen, dort ein Wässerchen gekauft, damit Fifi um Gotteswillen ja nicht auf einmal an Mangelerscheinungen leidet.
Ein Hund, der viel Fleisch und marktfrisches Gemüse und Obst aus ökologisch guter Herkunft bekommt, wird mehr als ausreichend mit allem Notwendigen versorgt. Jeden Tag kaltgepresstes Oel mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist gesünder als künstliche Zusätze. Im Winter öfters Wirz und Sauerkraut, im Frühling Brennesseln und Löwenzahn nützen mehr als eine teure Packung XY aus dem Reformhaus.

Nur Krankheiten oder besondere Umstände wie extremer Haarwechsel, Trächtigkeit, Laktation, Jagdtage, stundenlange Wasserarbeit, eisige Kälte, schlechte Verwertung infolge sehr hohen Alters usw. rufen ein Bedürfnis an Nahrungszusätzen nach sich.

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Der Hund ist eigentlich ein Allesfresser aber in erster Linie doch ein Fleischfresser. Achten Sie darauf, dass der Anteil Knochen im Verhältnis zum Fleisch mindestens ein Drittel, eher mehr beträgt, da Ihr Toller wahrscheinlich keine ganzen Beutetiere einschliesslich, Fell, Federn und Eingeweide zu fressen kriegt. Lassen Sie ihn natürliche Enzyme aufnehmen, indem Sie ihm ein Stück ungewaschenen (stinkenden) Pansen von Rind, Ziege oder Schaf anbieten. Stören Sie sich nicht daran, wenn er Knochen vergräbt und erst ausgräbt und frisst, wenn die Zersetzung angefangen hat.

Füttern Sie nicht regelmässig gleich viel ! Hunde sind von Natur aus Beutejäger mit unterschiedlichem Erfolg. Nützen Sie die Gelegenheit, wenn Sie Schlachtabfälle bekommen, indem Sie den Hund mit einer doppelten Portion oder mehr verwöhnen. Sie können ihn danach ein, zwei Tage oder länger problemlos fasten lassen. Wenn Sie z.B. am Wochenende verreisen, verfüttern Sie am Samstag gleich den ganzen Rohfleisch-Proviant, bevor sein Geruch er am nächsten Tag Ihr Hotelzimmer oder Auto mit verpestet.

Ein Wort zu Getreide
Einem gesunden Hund schadet Getreide nicht. Am Sonntag Morgen ein Birchermüesli, als Leckerchen selbstgebackene Guetzli oder als Appetitanreger eine Handvoll Cornflakes im Gemüsebrei machen dem Hund Freude, denn mit grosser Wahrscheinlichkeit liebt er solche Gaben heiss. Grundsätzlich rate ich jedoch davon ab, regelmässig Getreide zu füttern.

Getreide hat eine Reihe von Nebenerscheinungen:
- Hunde verdauen es schlecht. Wenn schon, sollte es sehr lange eingelegt oder gekocht werden.
- Getreide verursacht Blähungen und unangenehme Gase sowie viel übelriechenden Kot.
- Der grösste Teil aller Allergien bezieht sich auf Getreide.
- Getreide verursacht Ablagerungen in den Gelenken und begünstigt Arthrose.
- Getreide setzt Fett an.

Barfen Sie sorglos
Füttern Sie die schneller zubereitete Mahlzeit dann, wenn Ihnen wenig Zeit zur Verfügung steht. Machen Sie sich kein Gewissen, wenn Sie mal keine Zeit zum Füttern haben.
Es schadet Ihrem Hund nicht, wenn Sie ab und zu Ihre gekochte Mahlzeit mit ihm teilen.
Lassen Sie sich nicht von Futterplänen verwirren, ebensowenig von der Werbung für Zusätze, Sie kochen für Ihre Familie auch nicht mit der Ernährungstabelle in der Hand.

Leben Sie natürlich

denken Sie natürlich

füttern Sie natürlich !