BARF- Biologisch Angepasste RohFütterung

1999 stellten wir unsere Hunde auf BARF um und ein Jahr später zogen wir den ersten „BARF-Wurf“ auf. Viele Welpenkäufer, die damit weiterfuhren, mussten sich von Tierärzten und Trainern Vorwürfe anhören.
Inzwischen hat sich die BARF-Idee weltweit lawinenartig verbreitet und ist zu einem riesigen Markt herangewachsen. Es gibt heute kaum mehr eine Futtermarke, die nicht „Barf“ im Sortiment führt. Die Produkte sind mehrheitlich überteuert und stehen im Grunde dem Prinzip der Rohfütterung diagonal entgegen. Industriell hergestelltes Rohfutter ist ein Widerspruch in sich. Um die wichtige Komponente „FRISCH“ zu kompensieren,  werden industriell hergestellte Futterzusätze angeboten, selbstverständlich ausnahmslos unter dem Begriff „natürlich“.




Ein Hund, der Knochen, viel Fleisch und
marktfrisches Gemüse und -Obst aus ökologisch
guter Herkunft bekommt, wird mehr als ausreichend
mit allem Notwendigen versorgt. Jeden Tag kaltgepresstes Oel
mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist gesünder als künstliche Zusätze.

Im Winter öfters Wirz und Sauerkraut, im Frühling Brennnesseln und Löwenzahn sind gute und nützliche Ergänzungsfuttermittel.
Spezifische Nahrungszusätze sind nur bei Krankheiten
notwendig oder wenn es besondere Umstände verlangen, wie extremer Haarwechsel, Laktation, Jagdtage, stundenlange Wasserarbeit, eisige Kälte, schlechte Verwertung
infolge sehr hohen Alters usw.

Der Hund ist eigentlich ein Allesfresser aber in erster Linie ein Fleischfresser.

Achten Sie darauf, dass der Anteil Knochen im Verhältnis zum Fleisch mindestens ein Drittel oder eher mehr beträgt, da Ihr Toller an keine ganzen Beutetiere mit Fell, Federn und Eingeweide kommt. Lassen Sie ihn natürliche Enzyme aufnehmen, indem Sie ihm ein Stück ungewaschenen (stinkenden) Pansen von Rind, Ziege oder Schaf anbieten. Stören Sie sich nicht daran, wenn er Knochen vergräbt und erst ausgräbt und frisst, wenn die Zersetzung angefangen hat.Füttern Sie nicht regelmässig gleich viel! Hunde sind von Natur aus Beutejäger mit unterschiedlichem Erfolg.  Nützen Sie daher die Gelegenheit aus, wenn Sie Schlachtabfälle bekommen, indem Sie den Hund mit einer grossen Portion verwöhnen. Sie können ihn danach einen Tage lang problemlos fasten lassen oder ihm eine Miniportion geben.


Getreide
Einem gesunden Hund schadet Getreide nicht. Teigwaren vom Mittagstisch, Birchermüesli, selbstgebackene Guetzli oder als Appetitanreger eine Handvoll Cornflakes im Gemüsebrei machen dem Hund Freude. Grundsätzlich rate ich jedoch davon ab, regelmässig Getreide zu füttern. 

Getreide bewirkt eine Reihe von Nebenerscheinungen:

  • Hunde verdauen es schlecht. Wenn schon, sollte es sehr lange eingelegt oder gekocht werden.
  • Getreide verursacht Blähungen und unangenehme Gase sowie viel übelriechenden Kot.
  • Die meisten Allergien werden durch Getreide verursacht.
  • Getreide verursacht Ablagerungen in den Gelenken und begünstigt Arthrose.
  • Getreide setzt Fett an.

    Tipps:
  • Lassen Sie sich nicht von Internet-Futterplänen verwirren, ebenso wenig von der Werbung für Zusätze.  Sie kochen für Ihre Familie auch nicht mit der Ernährungstabelle in der Hand. Barfen Sie sorglos!
  • Füttern Sie die schneller zubereitete Mahlzeit dann, wenn Ihnen wenig Zeit zur Verfügung steht. Machen Sie sich kein Gewissen, wenn Sie mal keine Zeit zum frisch Zubereiten haben.
  • Es schadet Ihrem Hund nicht, wenn Sie ab und zu Ihre gekochte Mahlzeit mit ihm teilen oder ihm eine Handvoll Trockenfutter reichen.
  • Sehen Sie zu, dass das Gemüse und die Früchte sehr fein püriert sind, sonst kann der Organismus des Hundes die Nährstoffe nicht aufschliessen.
  • Sie bekommen einen vielseitigeren Mix, wenn Sie ihn für mehrere Tage zubereiten,  portionenweise einfrieren und jeweils einige Stunden vor dem Servieren auftauen. Lassen Sie den aufgetauten Gemüsemix jedoch nicht einen Tag lang herumstehen.
  • Den Gemüse.Früchtemix nicht in einem Napf aus Metall servieren.
  • Hat ihr Hund keine oder wenig Lust auf den Brei, mischen Sie Tischresten oder ein wenig Fleisch darunter.